Kann Weiterbildung innovativ sein?

Viele Unternehmen haben schon vor Jahren das Konzept „10-20-70“ als Lernkultur implementiert, d.h. dass nur 10% des Lernens durch das tatsächliche Klassenraumtraining, 20% durch Lernen von Anderen und 70 % durch Lernen bei der täglichen Arbeit stattfinden soll. Es gibt viele Fragen zu 10-20-70: Passiert der größte Anteil der 70% automatisch im Berufsalltag, wie kann man am besten von Anderen lernen, was bedarf es um von Anderen zu lernen, was zählt alles zu 20% und wieviel Unterstützung braucht der Mitarbeiter dabei, wie kann man die 10% Klassenraum so innovativ gestalten, dass es nicht wieder nur ein Training ist aus dem man geht und zwei Tage später nur noch einen Bruchteil davon erinnert?

Future school (http://en.wikipedia.org/wiki/File:France_in_XXI_Century._School.jpg)
Future school (http://en.wikipedia.org/wiki/File:France_in_XXI_Century._School.jpg)

Wenn man sich die Frage bezüglich des Klassenraumtrainings näher anschaut, ist es wohl nicht damit getan, dass man sich überlegt wie man ein Training möglichst innovativ gestaltet, indem man diverse moderne Tools und Techniken einsetzt. Nein, man muss sich auch fragen, ist die Zielgruppe beziehungsweise die Organisation dafür bereit?

Innovativ ist es mittels iPad, papierlos, interaktiv zu lernen!

Was passiert nun wenn ich einen Produktionsmitarbeiter zu einem solchen Training einlade, ohne ihn darauf vorzubereiten? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er das Training nicht annimmt und mit den neuen Techniken und Tools nicht zurechtkommt. Er benutzt sie in seinem Berufsalltag nicht und auch eine private Nutzung ist eher selten, da es noch immer so ist, dass eher Jüngeren solche Tools und Techniken benutzen. Wahrscheinlich ist somit, dass der Lernerfolg sehr gering ist, da die Neuerung erst einmal auf Widerstände stößt.

Kann man ein innovatives Klassenraumtraining also nur zielgruppenspezifisch oder organisationsabhängig einsetzen? Ich glaube nein, man kann es für jeden einsetzen.
Auch wenn es Fakt ist, dass das was für den einen innovativ ist, für den anderen Alltag ist, was in einem Umfeld weltbewegend ist, ist in einem anderen nur ok, bin ich davon überzeugt, dass jeder für Innovation bereit ist und es in jeder Unternehmenskultur möglich ist innovativ zu sein. Sie muss nur entsprechend implementieren werden und nicht nur „über den Zaun geworfen werden“. Wir müssen auf die Menschen eingehen, die die Innovation leben sollen! Deshalb muss man sich auch um die Veränderung, die hervorgerufen wird, kümmern und nicht nur um die eigentliche Innovation, zum Beispiel das Design des Trainings.

Wenn wir also den Produktionsmitarbeiter nicht nur zu dem papierlosen interaktiven Training einladen, sondern uns vorab überlegen, warum könnte es auf mangelnde Akzeptanz oder auf Widerstände stoßen und uns dann überlegen, wie wir dies verhindern können und unsere Kommunikation darauf anpassen, wäre der Erfolg wahrscheinlicher.

Oft steht oder fällt ein innovatives Konzept mit der Kommunikation. Wenn wir also zu unserem innovativen Klassenraumtraining eine „Change-Kampagne“ starten und zum Beispiel damit werben was die Vorteile sind – moderne Lernmethoden, neue Inhalte, bis hin zu dem Wort was momentan in aller Munde ist „sustainability“, also Nachhaltigkeit in allen Bereichen – wird auch die Akzeptanz für das Training steigen und das Training wird erfolgreich werden.

Ein gutes Veränderungsmanagement ist also unter anderem für jede Innovation wichtig.

 

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